PREVIEW: “Say Goodbye To The Wind”

Noch ist Aufbau angesagt, aber diesen Freitag (15.6.) wird ab 19 Uhr eröffnet! Foto: Raiko Sánchez

written by Maria Radke

Perspektiv-Wechsel: Pieschener Off-Space Betreiber Philipp Putzer und Rasmus Roos Lindquist eröffnen gemeinsame Ausstellung in der Galerie Ursula Walter:  “Say Goodbye to the Wind”.

Philipp Putzer und Rasmus Roos Lindquist sind den meisten der Dresdner Kunst- und Kulturspezies als Gründer und Leiter vom Off-Space “Schimmel Projects – Art Centre Dresden” bekannt. Jetzt ist es für die beiden aber an der Zeit, die Seiten zu wechseln – und zwar mit eigenen Arbeiten in der Galerie Ursula Walter am goldenen Reiter in Dresden. Denn die zwei Projektraumbetreiber interessieren sich nicht nur für junge Künstler*innen, sie sind es auch selbst. Mit “Say Goodbye to the Wind” zeigen sie Objekte aus den Bereichen Skulptur, Collagen, Wandarbeit und Video.

Künstler Philipp Putzer Foto: Raiko Sánchez

In “Say Goodbye to the Wind” interagieren ihre Arbeiten spielerisch miteinander und verschmelzen im Raum zu einer gemeinsamen Installation. Eingeleitet wird die Vernissage übrigens durch ein paar warme Worte von Isabella aus unserem Blogger-Team.

Künstler Rasmus Roos Lindquist hat sich trotz Aufbaustresses zum “Posen” überreden lassen ;) Foto: Raiko Sánchez

Kennengelernt haben sich Rasmus und Philipp in der Klasse von Emanuel Wolff an der HfBK, wo sie neben ihrem Engagement für die junge Kunstszene in Dresden auch noch studieren. Für ihren Off-Space bekommen sie von vielen Seiten Unterstützung. So auch von Patrizia Westerholz und Andreas Kempe, die die Galerie Ursula Walter mitbegründet und die derzeit die Leitung innehaben. Durch ihre lange Erfahrung (unter anderem im Off-Space Biz, außerdem gibt’s Ursula Walter schon seit 2013 *wow*) können sie den Neugründern unter die Arme greifen und sie auf ihrem Weg begleiten. Dabei ist die Zusammenarbeit für beide Seiten bereichernd. Also, wie könnte sich eine gelungene Kooperation besser feiern lassen als mit einer Ausstellung?

Keine Sorge: Es wird am Freitag alles fertig sein! Foto: Raiko Sánchez

Bock? Na dann, am Freitag (15.06.2018) zu Ursula Walter kommen und Freunde und Bekannte mitbringen. Das wird ein Fest!

Die Ausstellung läuft vom 16.06. bis 14.07.2018

Galerie Ursula Walter
Neustädter Markt 10
01097 Dresden
Am Goldenen Reiter

Öffnungszeiten: Do – Fr  15 – 18 Uhr, Sa 14 – 18 Uhr

Reminder: “Berlin / Babylon – Film und Kunst in der Weimarer Republik”


written by Isabella Engelhardt

Professor Jürgen Müller von der TU Dresden startete mit “Nosferatu” den Auftakt zu seiner dreiteiligen Vortragsreihe “Berlin/Babylon – Film und Kunst in der Weimarer Republik” im Dresdner Residenzschloss. Wer Teil II nicht verpassen möchte, sollte sich den 07. Mai unbedingt im Kalender notieren. Für uns hat der Professor für Kunstgeschichte das Wichtigste zusammengefasst:

Nur wenige Phasen der Kulturgeschichte waren derart innovativ wie die zwanziger Jahre in Deutschland, entstanden in jener Zeit doch Filme und Kunstwerke, die uns noch heute faszinieren. Vor allem die Spielfilme von Fritz Lang, Friedrich Wilhelm Murnau und Ernst Lubitsch, um nur wenige Regisseure zu nennen, zählen zu den Klassikern der Filmgeschichte.

Ausschnitt aus dem Film “Nosferatu”.

Was das deutsche Kino von damals auszeichnet, ist die Verbindung anspruchsvoller Themen und fortschrittlicher Technik. Die Kultur stand unter Innovationsdruck und Originalitätszwang. Nicht selten wurde die Vielfalt und Gleichzeitigkeit der unterschiedlichen Kunstanstrengungen durchaus in kritischer Absicht mit der babylonischen Sprachverwirrung verglichen. Regisseure wie Lang oder Murnau erachteten den Film als die legitime Kunstform des 20. Jahrhunderts und wollten als „Maler“ wahrgenommen werden.

Die Vortragsserie will drei exemplarische Werke vorstellen, die nichts weniger als die Geschichte ihrer Gattung mitgeprägt haben und zugleich von den Krisenerfahrungen jener Zeit sprechen. Murnaus Horrorfilm „Nosferatu“ aus dem Jahre 1922 ist der erste Langspielfilm, der sich dem Thema des Vampirs widmet und sich durch alptraumhafte Bilder auszeichnet. „Metropolis“ von Fritz Lang aus dem Jahre 1927 war der teuerste Film der UFA und ein Meisterwerk der Tricktechnik, wurden für ihn doch eigens neue Verfahren entwickelt. Nur wenige Werke des 20. Jahrhunderts haben eine derart beeindruckende Vision einer riesigen Zukunftsstadt entworfen wie dieser Science-Fiction-Film um einen künstlichen Menschen.

Schließlich soll mit „M – Eine Stadt sucht einen Mörder“ ein zweiter Film von Fritz Lang vorgestellt werden. Unter Kritikern gilt er seit langem als einer der zehn besten Filme überhaupt. Der Thriller beschreibt die Jagd nach einem Kindermörder in Berlin und erzählt von den Ängsten der Großstadt und ihrer Anonymität. In den bestehenden Interpretationen des Films wurden nicht selten Vergleiche mit Gemälden von Otto Dix und George Grosz vorgenommen.

Ausschnitt aus dem Film „M – Eine Stadt sucht einen Mörder“.

Die Vorträge bemühen sich, die politische Ikonographie der genannten Filme aufzuzeigen und die damit verbundenen Krisenerfahrungen zu benennen. Besondere Berücksichtigung soll dabei das Verhältnis von Film und Kunstgeschichte finden. Im Rahmen der Analysen werden zahlreiche Filmausschnitte und Standbilder gezeigt, so dass man auch ohne genaue Kenntnis des jeweiligen Films folgen kann. (Es findet keine vollständige Aufführung der Filme statt! Dies ist auch nicht nötig, da man sich alle Filme vorab kostenlos auf YouTube anschauen kann, wo sie zum Teil sogar in restaurierter Fassung vorliegen.)

 

Termine

19.04.2018: Nosferatu (1922)
Regie: Friedrich Wilhelm Murnau
Nadler Saal, 18.30


07.05.2018: Metropolis (1927)
Regie: Fritz Lang
Nadler Saal, 18.30


28.06.2018: M – Eine Stadt sucht einen Mörder (1931)
Regie: Fritz Lang
Nadler Saal, 18.30


 

 

Prof. Dr. Jürgen Müller hat seit 2002 den Lehrstuhl für Mittlere und Neuere Kunstgeschichte an der TU Dresden inne. Er hat zahlreiche Bücher und Aufsätze zum Film verfasst.

Vielen Dank an Professor Müller für die Bereitstellung des Textes.

Corrupted Full Of Life: Interview with artist Matti Sumari


written by Maria Radke / Interview by Vanessa Knopp

Esitämme (we introduce): Matti Sumari. His exhibition “corrupted full of life” started the new exhibition program for 2018 at Schimmel Projects – Art Centre Dresden. At the opening we had a chat with the Helsinki born artist.

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