LUFT

Christian Rätsch zeigt VASiSTAS featured artists

LUFT

mit

Andreas Schliebenow

Eröffnung: 29. Januar 2016 19 – 22 Uhr | Ausstellungsdauer: 30.1. – 07.2.2016
Öffnungszeiten: Freitag – Sonntag: 16 – 19 Uhr und nach Vereinbarung


“Ich bin mir unsicher, ob ich mit meiner Arbeit den Begriff des Lebenskünstlers auf’s Korn nehme oder ihm beizolle. Jedenfalls dokumentiere ich am Ende nur, was ich ohnehin getan hätte, um es dann ein bisschen weiterzuspinnen. Nicht aber weiter als das, was sich ohne mein bewusstes Zutun daraus ergeben hat”

Jeder Vorschlaghammer erzeugt beim harten Aufprall auf Beton Schallwellen, deren Störschall durch die Luft hart ins Ohr knallt – kurz ist der Schmerz, schnell das Vergessen. Erst die leisen Töne vermögen mehr zu bewirken. Andreas Schliebenow geht es genau darum: Die Stellen zwischen den Zeilen, die Andeutungen und Möglichkeiten in (Erinnerungs-) Räumen sollen im Betrachter seiner Kunst etwas auslösen.

Wie ein interdisziplinärer Tausendsassa schwingt der Künstler wie ein Pendel ausgleichend zwischen Musik, Fotografie, Film, Gestaltung von Möbeln und dem, was dann als “Kunst” davon abfällt. Im Mittelpunkt seines Schaffens steht, Empfindungen im Betrachter einzupflanzen und zwar so wenig materialistisch wie möglich: Arbeiten, die es schaffen, einen Menschen durch das zu berühren, was alle miteinander verbindet, wie kindliche Naivität, Humor, Verletzlichkeit – ohne sich von Architektur unterwerfen zu lassen, sind gleichzeitig Ziel und Credo. Vor allem beeinflussen ihn dabei Künstler, deren Arbeiten ihn intellektuell, aber auch emotional anregen, weil sie sich nicht in abstrakter Könnerschaft zu steigern suchen, sondern sich mit dem Leben beschäftigen: Gregor Schneider, Andreas Slominski, Roman Signer. Der Gedanke von Kunst im Freien, dem Wetter und dem Menschen ausgeliefert, steht in der Ausstellung im Raum. Mit den Medien Fotografie und Film nimmt Schliebenow tagebuchartig auf, was ihn interessiert, sodass sich mit dem von ihm gesammelten Material eine zwar spürbare, aber nicht greifbare Grundstimmung entwickelt. Erst in Verbindung mit der freien Assoziation des Betrachters entsteht die Dichte der Arbeit.


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See the interview with ANDREAS SCHLIEBENOW on VASISTAS TV here