ROBERT BRANDES

Christian Rätsch zeigt VASiSTAS featured artists

ROBERT BRANDES

 

mit ROBERT BRANDES

Eröffnung: 14. März, 18 -21 Uhr
Ausstellungsdauer: 15th – 29th of march
Openinghours: Friday – Sunday: 4 – 7 pm and by appointment


Was erwartet man von einem Künstler in seinem Atelier? Gehört es zum Erwachsensein nur scheinbar Sinnvolles zu tun? Müssen die Dinge immer einen klar definierten Sinn und Zweck innehaben? Kindliche Naivität tut gut! Oder wie Robert Brandes selber kurz und knapp klarstellt: „Spielen ist Arbeiten!“. Ist dann auch Arbeiten gleich Spielen? Robert Brandes sucht und probiert und nimmt uns dabei mit. Es geht um Identität und Intimität, Banalität, soziale Normen, Angst haben, Scheitern und Konventionen auch in der Kunst.
Man muss sich Zeit nehmen und seine Arbeiten genau betrachten, denn rechtmachen sollte er es eh nicht jedem. Für Robert Brandes ist die Umsetzung, das künstlerische Handeln, in jeder Arbeit purer Ernst.
Seine großformatige Fotografie „o.T. (DSC_0166)“ zeigt etwas Stilles und Unbewegtes. Dinge, die im Atelier zu finden sind werden spontan zusammengefügt und bilden so eine Skulptur. Das Foto ist somit im klassischen Sinn ein Stillleben. Auch seine drei Videoarbeiten („Homestories“, 2015) können sinnvoll oder unsinnig erscheinen, Spiel oder Arbeit sein. Wenn man eine Person an der Schaukel baumeln sieht oder zwei Beine, stehend auf der Kloschüssel beim Pinkeln beobachtet, wirkt dies beiläufig, dennoch geht es um mehr. Es ist erlaubt zu fragen, was das eigentlich soll. Gleichzeitig darf Kunst aber auch alles, muss nicht auf den ersten Blick intellektuell, tiefgründig oder schlüssig erscheinen. Ein Cricketschläger mit dem Aufdruck „Club“ lehnt an der Wand. Welcher Club ist gemeint? Der Club der Künstler? Es geht um Zugehörigkeit und um Luft machen, ordentlich draufhauen, Sport, Männlichkeit. Brandes braucht den Schläger vielleicht ab und an um den Kopf frei zu kriegen. Die Leiter, die an der Wand lehnt (es ist ausdrücklich erwünscht, sie auch zu benutzen) lenkt den Blick auf eine über ihr befestigte Fotolaborleuchte, deren orangene Leuchtfläche man eher erahnt als sieht („Alles Gute kommt von oben“, 2015).

„Ich bin groß, sehr stark, kann sehr laut sein (auch beim Essen, ich schmatze gerne) und dann bin ich aber auch wieder ganz sensibel und gefühlsduselig… . Sicherlich beschäftigen derartige Gegensätzlichkeiten viele Menschen, aber für mich war konkret der große Körper mit dieser Person drin, die erstmal gar nichts mit dem großen Körper zu tun hat, immer ein Thema. Wenn mir das bewusst wird, dann mache ich mich oft kleiner, vor allem in Gesprächen, weil ich nicht von oben auf Leute schauen will. Gleichzeitig finde ich es aber auch geil groß und stark zu sein.
Holzhacken ist supergeil!“.