The Lyrebird

Christian Rätsch zeigt VASiSTAS featured artists

The Lyrebird

mit
FLORIAN BIRK

Eröffnung: 31.10.2015 19:00 – 22:00 Uhr
Ausstellungsdauer:
01. – 08.11 2015
Öffnungszeiten: Samstag – Sonntag: 16 – 19 Uhr und nach Vereinbarung


Der Meister der Imitation, der Leierschwanz-Vogel, nimmt in sein Gesangsrepertoir nicht nur andere Vogelstimmen, sondern jedes Geräusch auf, das ihn interessiert. Ein scheuer Vogel, dessen Gegenwart einem oft nur dadurch gewahr wird, wenn verschiedene Gesänge aus nur einer Ecke zu kommen scheinen.
Die Imitation der Umwelt und Aneignung bestimmter Phänomene stehen auch im Zentrum von Florian Birks Arbeiten. Dabei geht es um klassische Fragen der Appropration Art und der Postmodernen Dekonstruktion. Einzelne Versatzstücke aus Popkultur, Kunstgeschichte, Natur, Literatur, Philosophie und Social Media werden auf eine Ebene gesetzt. Welche Werte und Normen bestimmen unser Kulturgeschichte? Welche Essenzen können aus dieser Umgebung destilliert werden? Im Versuch, diese Fragen künstlerisch zu beantworten, ergeben sich weitere Fragen nach Originalität, Kreativität und geistigem Eigentum. Durch die Imitation entsteht in der Doppelung eine ganz andere Semiotik, als die Ursprüngliche. Damit tritt Birk einen Prozess los, in dem auch er selbst in das Rad der Imitation steigt, in dem er negiert und gleichzeitig etwas Neues schafft.

Den zentralen Stellenwert in Florian Birks künstlerischer Praxis nimmt die Malerei ein. Der Facettenreichtum, den die Malerei besonders hinsichtlich ihres Zeichencharakters hat, nimmt großen Einfluss darauf, wie Birk mit ihr umgeht: Im Bild selbst müssen Materialität, Schaffensprozess, das Medium an sich und der Bildträger reflektiert sein. Ohne Sklave bestimmter Ausdrucksformen zu sein, pendelt der Künstler die Umsetzung seiner Arbeiten immer wieder neu aus. So erweitert er das Spektrum seines Schaffens um Performance, Installation bis Fotografie.

Somit begreift Birk sein künstlerisches Arbeiten als einen Weg der Kommunikation, der sich nicht nur visuell, sondern auch sprachlich mit der Generierung und Validierung von Bildern im 21. Jahrhundert, sowie dem kreativen Potential von Zerstörung auseinandersetzt. Dabei steht eine performative Art der Rezeption am Ende: Themen sollen nicht nur überrmittelt werden, sie sollen auch Fragen aufwerfen.


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