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Kennst du eigentlich? Heute: Galerie Gebr. Lehmann


Heute startet unsere neue Interview-Reihe “Kennst du eigentlich?”. Ab sofort stellen wir dir hier Orte vor, an denen Kunst gemacht, gezeigt, besprochen oder anderweitig zelebriert wird. In 10 Fragen und 10 Antworten lernst du nicht nur die Räume, sondern auch die Verantwortlichen dahinter besser kennen.

Den Anfang in unserer Serie machen Frank und Ralf Lehmann von der gleichnamigen Galerie  Gebrüder Lehmann. Ein echtes Urgestein mit Tradition in der Dresdner Galerielandschaft.

Von Isabella Engelhardt & Paula Wunderlich

VASiSTAS:
Stellt euch doch erst einmal vor, wer seid ihr denn überhaupt?

Galerie Gebr. Lehmann:
Galerie Gebr. Lehmann bedeutet Gebrüder, also mindestens zwei. Wir sind Frank und Ralf Lehmann und leiten die Galerie seit 30 Jahren. Frank ist rund fünf Jahre jünger. Wir haben weder Kunst noch Kunstgeschichte studiert.
Die Kennerschaft ist durch Liebe zur Kunst und die Nähe zu den Künstler*innen entstanden. Das kann man nicht studieren.

Frank und Ralf Lehmann. Foto: Galerie Gebr. Lehmann 

 

“Mittlerweile ist hier die höchste Konzentration mit Orten für zeitgenössische Kunst in Dresden entstanden.”

 

VASiSTAS:
Wo findet man euch?

Galerie Gebr. Lehmann:
Seit einem reichlichen Jahr ist die Galerie am Neustädter Markt 11/12, mit Blick auf den Goldenen Reiter und den tollen Brunnen von Friedrich Kracht aus den 70er Jahren; auf das Blockhaus, welches das Archiv der Avantgarden von Egidio Marzona aufnehmen wird; zur Semperoper und zu den tollen Sonnenuntergängen, die nach Caspar David Friedrich aussehen. Nach Ewigkeiten im Hinterhof eine Offenbarung!

Mittlerweile ist hier die höchste Konzentration mit Orten für zeitgenössische Kunst in Dresden entstanden. Wenn ihr Glück habt, trefft ihr uns auch persönlich in der Galerie. Aber unser Team ist mindestens genauso gut wie wir!

Ausstellungsansicht von Lara Schnitger “Don’t Let The Boys Win.” in der Galerie Gebr. Lehmann vom 26.09.2017 bis 11.11.2017. Foto: David Pinzer 

 

VASiSTAS:
Und wo findet man euch, wenn ihr gerade nicht in der Galerie seid?

Galerie Gebr. Lehmann:
Viel in Berlin, oft auf Messen, weltweit zu Ausstellungen von unseren Künstler*innen, Sammler*innen besuchen. Die Welt wird quasi fremdgesteuert erobert, dafür umso überraschender.

VASiSTAS:
Wie kam Dresden zu euch?

Galerie Gebr. Lehmann:
Wir waren schon da, quasi schon immer, in Dresden. Später kamen dann die richtigen Künstler*innen und auch Freund*innen dazu. Der Kreis wurde immer größer, reicht von Los Angeles bis Tokyo.

VASiSTAS:
Gibt es einen Moment, der euch besonders im Kopf geblieben ist?

Galerie Gebr. Lehmann:
Ganz viele!!! Begegnungen mit Curt Querner, Penck, Willy Wolff; unsere erste Eröffnung, als Christoph Tannert sprach; die erste Einzelausstellung eines Künstlers von uns Mitte der 90er Jahre in New York, wo wir uns ein billiges Hotelzimmer teilen mussten, weil wir kein Geld hatten. Und dann alle Galerieumzüge mit großen Festen.

Ausstellungsansicht “Textiles” in der Galerie Gebr. Lehmann vom 03.11.2018 bis 12.01.2019. Foto: David Pinzer 

 

VASiSTAS:
Warum braucht euch Dresden?

Galerie Gebr. Lehmann:
Dresden braucht mehr als nur uns: eine gut funktionierende Szene für zeitgenössische Kunst. In der Äußeren Neustadt ist das alles eingeschlafen, aber am Neustädter Markt passiert richtig was. Das muss aber alles eigenständig bleiben und nicht von Kulturhauptstadtbewerbungen abhängig sein.

 

“Von unseren Künstler*innen werden wir noch immer inspiriert, sie verändern unseren Blick auf die Welt weiterhin.”

 

VASiSTAS:
Wer oder was hat euch inspiriert bzw. tut das vielleicht immer noch?

Galerie Gebr. Lehmann:
Die oben genannten Künstler*innen und besonders auch Wilhelm Müller. Mit Ihrer jeweiligen Kompromisslosigkeit was die eigene Kunst betrifft und Kunst allgemein. Müller hat damals unsere Künstler*innen auch wegen seiner gewagten Farbkombinationen begeistert. Und natürlich werden wir von ihnen noch immer inspiriert, sie verändern unseren Blick auf die Welt weiterhin.

VASiSTAS:
Was steht in Zukunft an?

Galerie Gebr. Lehmann: 
Unsere relativ neuen Räume immer weiter auszutesten und zu vereinnahmen, hoffentlich viele tolle Ausstellungen und ganz viel unterwegs zu sein für und mit unseren Künstler*innen. Die exotischsten sind Havekost in Los Angeles und Lüning auf der Kinderbiennale in Singapur.

VASiSTAS:
Was sollte man in nächster Zeit auf gar keinen Fall verpassen oder was kann man sich guten Gewissens sparen?

Galerie Gebr. Lehmann:
Die Ausstellung “Gegen die Unsichtbarkeit” im Japanischen Palais. Die vergessenen Frauen von Hellerau, mit tollen Objekten, tollem Design, sichtbar machen einer verrückten Epoche in Hellerau. Nichts Sehenswertes ist mir zum Glück gerade nicht untergekommen, habe wohl gut vorsortiert.

 

“Kunst hört nie auf Spaß zu machen.”

 

VASiSTAS:
Habt Ihr zum Ende noch ein treffendes Schlusswort oder eine Lebensweisheit für unsere Leser*innen?

Galerie Gebr. Lehmann:
Kunst hört nie auf Spaß zu machen, die Kennerschaft zu entwickeln ist nie zu Ende, immer offen für Überraschungen zu bleiben. Die Welt mit den Augen der Künstler*innen zu sehen ist immer wieder spannend und keinen Stillstand zulassen.

 


Aktuell gibt es  noch bis zum 27. April 2019 Lisa Pahlke mit ihrer Ausstellung zu sehen.

Die Galerie Gebr. Lehmann ist dienstags bis freitags von 11.00 Uhr bis 18.00 und samstags von 11.00 Uhr bis 16.00 geöffnet.

Noch mehr Informationen über vergangene, laufende und kommende Ausstellungen findest du auf ihrer Website. 

Du willst über einen ganz bestimmten Ort noch mehr wissen? Dann schreib uns gerne, was dich noch interessiert!

“If I were to create a world it would be a tidally locked Earth-like world where one side of the planet always faces the sun.”


Estevan Mykhail Guzman is a 3D animator with a passion for physics and space travel. He currently works at the Griffith Observatory in Los Angeles, California. As a “space artist” Estevan finds inspiration in science and space travel for his works. In October 2018 he was invited for an artist talk at PYLON-Lab in Dresden.

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Peace, Love & Happiness – Mit Tumvlt aka Olivia Schneider im Rausch der Likes.


Sie studiert Bildende Kunst an der HfBK Dresden und ist mit ihrer künstlerischen Arbeit hauptsächlich auf Instagram unterwegs. Zu finden ist Olivia Schneider dort unter dem Pseudonym Tumvlt. Tumvlt ist eine waschechte Poserin, trägt ausschließlich Schwarz, liebt Emoticons und beschäftigt sich eigentlich nur mit sich selbst.

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Offener Brief zur Situation in Dresden

VASiSTAS hat einen offenen Brief zur Situation in Dresden erhalten. Wir haben diesen Brief mitunterzeichnet und wollen ihn nun hier allen zur Verfügung stellen. Gerne teilen!


 

„Sehr geehrte Damen und Herren,

was passiert, wenn die rechts-konservative Bündnisse im Zuge der anstehenden Wahlen an Macht gewinnen?

Diese Frage steht dieser Tage allerorts und überdeutlich im Raum. Einen sehr konkreten Vorgeschmack darauf, wie sich eine Verschiebung der Mehrheitsverhältnisse zu Gunsten einer rechts-konservativen Mehrheit allein auf die Bereiche Kultur und Soziales auswirken wird – und schon jetzt auswirkt – gibt die aktuelle Situation im Dresdner Stadtrat. Denn hier ist diese beängstigende Version einer Zukunft bereits in der Realität angekommen – mit verheerenden Folgen. Als Tätige aus den Bereichen Kultur und Soziales in Dresden wenden wir uns an Sie in dieser kommunalpolitischen Angelegenheit, die beispielhaft ist für eine zunehmend rechte Orientierung auf Regierungsebene.

Im November 2018, kurz vor dem Beschluss des Doppelhaushalts 2019/2020 haben drei Abgeordnete die SPD-Fraktion verlassen. Ein Abgeordneter der Linken wechselte zur FDP. Seither bilden CDU, FDP und diese drei ehemaligen SPD-Abgeordneten, die nun als Bürgerfraktion auftreten, eine neue Mehrheit im Stadtrat – wenn sie mit der AFD kooperieren.

Und genau das passiert: bei den bisherigen Abstimmungen traten CDU, FDP, Bürgerfraktion und AFD bereits geschlossen auf. Ein Abstimmungsverhalten, das schon jetzt reaktionäre Züge aufweist, wie sich etwa in der konzeptionellen Rückkehr zur autofreundlichen statt fahrradfreundlichen Stadt am 24. Januar 2019 zeigte.

Auch für noch ausstehende Entscheidungen befürchten wir eine geschlossene Haltung dieses rechts-konservativen Bündnisses und sind in Sorge darüber, wie diese Entscheidungen nachhaltig das soziale und kulturelle Leben in Dresden beeinflussen werden.

Besonders deutlich wird dies im beschlossenen Doppelhaushaushalt 2019/2020. Bereits mit OB Hilbert vereinbarte und beschlossene Fördermittel für zahlreiche Projekte aus den Bereichen kommunaler Kultur, Soziales, Kinder- und Jugendhilfe und Gleichstellung kommen darin nicht mehr vor. Dabei entstehen die Mehrbedarfe als logische Folge steigender Kosten für Personal- und Sachausgaben. In den allermeisten Fällen reden wir hier also nicht von einer tatsächlichen Erhöhung der Förderung, sondern lediglich von einer Anpassung an den objektiv steigenden Bedarf für Personal, Miete etc., wie sie in allen Bereichen passieren. Es geht also hier nicht um ein „Mehr“, sondern um den Erhalt des Status Quo, die Sicherung wichtiger Arbeit in Bereichen, deren Lage ohnehin mehr als prekär ist.

Am 8. Februar wird in einer Sondersitzung des Stadtrats über einen Eilantrag der Rot-Grün-Roten Koalition abgestimmt. Dieser sieht vor, Fördermittel im Bereich Soziales und Kultur zu sichern, welche bisher im Doppelhaushalt nicht berücksichtigt wurden.

Um Ihnen die Situation ein wenig näher zu bringen, wollen wir die Streichung von Fördermitteln am Beispiel der Kulturförderung kurz erläutern:

Allein für den Bereich der Darstellenden Kunst in Dresden wurde ein Mehrbedarf von 2,1 Millionen Euro ermittelt, von denen bis November 2018 immerhin 0,5 Millionen Euro (allerdings für die gesamte Kulturförderung) in die Haushaltsplanung einbezogen wurden. Sollte dem Eilantrag nicht stattgegeben werden, fehlt sogar diese Summe.

Neben größeren kulturellen Institutionen wie der Volkshochschule und der Ostrale (Zentrum für zeitgenössische Kunst e.V.) sind auch viele kleinere Vereine und Projekte betroffen. Der Eilantrag soll deren Erhalt sicherstellen. Die Gelder für Nachbesserungen des Doppelhaushaltes sind faktisch vorhanden, denn der Stadtrat hat genau dafür eine Liquiditätsreserve mit verfügbaren Mitteln in Höhe von 43 Millionen Euro beschlossen.

Am kommenden Freitag soll nun endgültig im Stadtrat über den Eilantrag entschieden werden. Im Finanzausschuss wurde er bereits durch konservative Stimmen abgelehnt, fand allerdings im Sozialausschuss u.a. durch eine Stimme aus der Bürgerfraktion eine knappe Mehrheit. Es ist also noch nicht zu spät! Sollte der Eilantrag abgelehnt werden, würde das nicht nur das Aus für eine Vielzahl guter und wichtiger Projekte bedeuten. Insbesondere vor dem Hintergrund der Bewerbung Dresdens als Kulturhauptstadt Europas wirft eine solche Entscheidung Fragezeichen auf.
Für die Dresdner Stadtgesellschaft bedeutet eine Ablehnung des Eilantrages massive Einschnitte in allen Bereichen, die für ein soziales, kulturelles und demokratisches Miteinander unerlässlich sind. Es bedeutet nicht weniger als die Streichung von Bildungs- und Beratungsangeboten für Menschen, die schon jetzt keine Lobby mehr und Unterstützung dringend nötig haben.

Wir sind davon überzeugt, dass die finanzielle Förderung der Kultur- und Bildungslandschaft als auch der Angebote für Kinder und Jugendliche essentiell ist, wenn es um die nachhaltige Gestaltung einer pluralistischen, offenen und toleranten Gesellschaft geht. Und wir befürchten, dass diese Einschnitte nicht die letzten sein werden.

Schauen Sie nicht weg, wenn in Dresden die Vielfalt in Kultur und Sozialem gefährdet ist! Lassen Sie die Stadträte, die Stadträtinnen und den Oberbürgermeister wissen, dass Sie die kulturellen und sozialen Entscheidungen und Entwicklungen kritisch verfolgen. Zeigen Sie sich solidarisch mit den Kulturschaffenden und Akteuren im Bereich Jugend und Soziales der Landeshauptstadt Dresden, mit unserem Kampf für eine diverse und freie Kulturlandschaft und Gesellschaft.

Lassen Sie nicht zu, dass Dresden kippt.
Dresden, den 6. Februar 2019

Es zeichnen
Adele Schmuck
Amac Garbe | Pressefotograf
Andrea Hilger | Leitung OSTRALE | OSTRALE – Zentrum für zeitgenössische Kunst e.V.
Andreas Schanzenbach | Gründer und Chief Innovation Officer | CROMATICS
Anett Bauer | Bildende Künstlerin | Muah
Anna Till | Choreografin und Tänzerin | situation productions GbR
Anne Pollenleben | Bloggerin und Poetry Slammerin
Antje Hellwig
Antje Wonneberger | Inhaberin Antje Dahm Maskenbild Design und Aufsichtsrätin für Darstellende Kunst | Wir gestalten Dresden
AUDITIVVOKAL
Banda Internationale
Benjamin Butter | Künstler
Bettina Lehmann | production management | situation productions GbR
Björn Lehninger
Carolin Killian |Studierende an der TU Dresden
Charlotte Ünver | Sozialpädagogin
Christian Clauß | Schauspieler
Christina Hrdina |Bürgerin und Mutter
Cindy Hammer | go plastic company, TanzNetzDresden
Claudia Creutzburg |Eltern-Kind-Büro KulturLebenUG Gruna und Prohils/Roter Baum
Cornelia Melzer | Werkstattleiterin Typografie | HfbK Dresden
Daniela Lehmann | Choreografin
Daniela Tonk | Geschäftsführerin | Johannstädter Kulturtreff e.V.
Die Mitglieder des Hole of Fame e.V. Dresden
Dorit Kämpfer
Dorothea Roggan | Freie Landschaftsarchitektin
Dr. Thomas Ranneberg
Dr. Willi Hetze | Vorsitzender Dresdner Literaturner e.V-
Elisabeth Venus
Ellen Demnitz-Schmidt | SPIKE Dresden
Fabian Günther | Sozialarbeiter
Francesca Lötscher Jöhnk alias Koko La Douce | Internationale Burlesque Ikone
Franziska Kusebauch | Freiberufliche Tanzschaffende, Zirkuspädagogin
Franziska Liebe
Frauen*bildungszentrum – Hilfe zur Selbsthilfe
Friedelbert Heidrich | stellvertr. Vorsitzender Literaturner e.V.
Friedrich Schlüter | URGE TO MOVE / FRIMAR Solutions GbR / DAVE Tolerave | Kulturhauptstadt Förderverein
Gaby Pietzschmann | kulturbewusste Bürgerin und ehemalige Einwohnerin der Stadt Dresden
Galerie Stephanie Kelly
Gerd Lohse
Gerede e.V.
Grit Karchow
Heike Zadow | Freie Kulturproduzentin | TanzNetzDresden, the guts company, Villa Wigman
Helge-Björn Meyer | Geschäftsführer Landesbüro Darstellende Künste Sachsen e.V.
Henning Wenzel | Autor
Holm Pinkert | Architekt | Architektur.Werk Pinkert
Irina Claußnitzer | Siebdruckerin | HfbK Dresden
Irina Koch | Mitarbeiterin Öffentlicher Dienst im Freistaat Sachsen
Iris Meusemann | Büro für Kulturvermittlung, Projektberatung und Veranstaltungsmanagement
Isaac Spencer | Freiberuflicher Tänzer, Tanzlehrer. Choreograph
Isolde Matkey | Dipl.-Musikwissenschaftlerin | tristan ProductionI Management I Event UG
Jacqueline Annett Künzel
Jan Kossick | Kulturmanager und Musiker
Jan Wilde | Zeitgebilde UG
Janik Fechtelpeter
Janine Splettstößer
Jenny Coogan | Professorin für Zeitgenössischen Tanz | Palucca Hochschule für Tanz Dresden
Jens Besser | Bildender Künstler und Organisator des Kulturhauptstadtbewerbungsprojekts GhettoResidency
LackStreicheKleber e.V.
Jessica Flecks
Johannes Am Ende | Künstlerischer Mitarbeiter | HfbK Dresden
Jörg Schwertdfeger | Umweltwissenschaftler und Regieassistent
Josefa Hose | Kulturproduzentin | Kultopia gGmbH
Josefine Schulz | Künstlerin | Schimmel Projects- Art Centre Dresden
Josefine Wosahlo | Freie Kulturproduzentin, Dipl. Tanzpädagogin, Tänzerin | the guts company e.V., Villa Wigman für TANZ e.V., TanzNetzDresden
Joshua Nowak
Jula Skomski
Julia Langhammer | PYLON-Lab
Kaddi Cutz | Poetry Slammerin, Autorin, Moderatorin
Katharina Hunsicker-Biederbeck | Studentin der Sozialen Arbeit | TU Dresden
Katharina Kersten | ARMADA OF ARTS
Kevin Sura
KlangNetz-Dresden e.V.
Konstantin Gröber
Kultur sucht Raum
Künstlerbund Dresden e.V.
Lennart Happe
Lisa Pfau
Luca Spliethoff | wissenschaftliche Mitarbeiterin | TU Dresden
Magdalena Weniger | Tanz- und Performanceschaffende | KOMA
Maren Ledworuski | Ergotherapeutin
Maria Liebe | Poetry Slammerin
Maria Nitsche | Freiberufliche Tanzpädagogin
Marie Hänsel | Sängerin | Youkali GbR
Marie Michael
Marie Neumann
Marie Sanders | Autorin
Marita Matzk | Studio für Tanzkörpertraining
Mark Greiser | URGE TO MOVE / FRIMAR Solutions GbR
Martin Büst
Maximilian Stühlen | Schimmel Projects- Art Centre Dresden
Melanie Köhn
Melanie Wahl | Projektmanagerin
Mirjam Hoff | Vorstandsmitglied Literaturner e.V.
Moritz Siegel | freier Lektor und Autor
Natalie Wagner | Choreografin | TanzNetzDresden
Neustadtpiraten (Piratenpartei Ortsverband Dresden-Neustadt)
Nicole Meyer | tristan ProductionI Management I Event UG
Nora Schruth | ARMADA OF ARTS
Noriko Melchior | Freiberufliche Tänzerin
Offener Kindertreff des Kinderladens Känguruh e.V.
Olaf Georgi | Vorstand | Sinfonietta Dresden e.V.
Olek Konrad Witt | Theaterregisseur, Schauspieler, Theaterpädagoge
Peter Tirpitz | Peter Tirpitz Kulissenbau
Petra Schwarzer | Rentnerin
Philipp Demankowski | Pressesprecher | DAVE Festival
Quartiermeister e.V.
Rasmus Roos Lindquist| Schimmel Projects- Art Centre Dresden
Roberto Krebs | DAVE Festival
Romy Schwarzer| Tänzerin, Choreografin
Sara Reuter
Sarah Hoemske | ARMADA OF ARTS
Sascha Möckel
scheune e.V. | Soziokulturelles Zentrum
Serkowitzer Volksoper e.V.
sowieso KULTUR BERATUNG BILDUNG
Stadtteilhaus Dresden-Äußere Neustadt e.V.
Stadtteilrunde Dresden-Neustadt
Stephan Janicki | Musiker und Moderator
Stephan Philipp | DJ und Veranstalter Tolerave
Susan Schubert | Dipl.-Tanzpädagogin, freie Dramaturgin, Choreografin | TENZA schmiede, go plastic company, TanzNetzDresden
Susanne Seifert | Kulturmanagerin, Hörfilmautorin, Mediengestalterin)
Svea Duve | Bildende Künstlerin
Sven Voigt | Leiter der Filmgalerie Phase IV e.V.
Tabea Wittulsky | Tänzerin
Thomas Preibisch | Institut für Gute Laune
Thomas Schmelzer | PYLON-Lab
Thomas Thorausch | Stellv. Archivleiter Deutsches Tanzarchiv Köln
Tim Vetterlein | kulturbewusster Bürger und ehemaliger Einwohner der Stadt Dresden
Trans-Media-Akademie Hellerau e.V. // CYNETART Festival
VASISTAS Magazin
Villa Wigman für TANZ e.V.
Wassily Nemitz |Politikwissenschaftler
Yaelle Dorison | Clownin und Sozialpädagogin

„I try to operate on that emotional, visceral level – just put a mark down and respond“


Working on a magazine and simultaneously curating a show in NYC, artist Madeleine Dietrich has had some busy weeks. An interview about intimacy, events production and the future of art shows.

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Stärkung oder Zensur – was ist dran an der Reform des Urheberrechts?


Nach der Datenschutzgrundverordnung liegt schon der nächste Entwurf eines anderen Gesetztes auf dem Schreibtisch im EU-Parlament: Es geht um die Reform des Urheberrechtes. Viele Kritiker warnen gar vor einer Zensur des Internets. Rechteinhaber*innen sollen durch dieses Gesetzt gestärkt werden, doch droht dadurch auch unser Internet unfreier zu werden?

Ein Gastbeitrag von Ann Christin Hamdorf

Sicherlich ist es wichtig Urheber*innen zu schützen, warum aber hat dieses Thema in meinen Augen keinen größeren Platz in unseren Medien und warum ist es so schwer vernünftige Informationen zu finden? Und was bedeutet das Ganze überhaupt für die Kreativ- und Kunstwirtschaft?

Das erste Mal von einer Abstimmung zu Artikel 13 und 15 hörte ich, als sich Deutschland eher für das Runde und das Eckige interessierte und sich im Fussballfieber befand. Zuerst klang der Entwurf zur Reform des Urheberrechtes gar nicht mal schlecht. Datenschutz ist eine gute Sache, und der Schutz des Urheberrechts sowieso. Urheber*innen besser zu schützen ist ganz sicher nicht falsch.

Dann aber fielen Begriffe wie “Uploadfilter” und “Zensur” im Zusammenhang mit der ganzen Sache, und mit Artikel 11 wurde darüber nachgedacht eine “Linksteuer” im Internet einzuführen. Trotzdem redeten immer noch nicht viele Leute darüber, als es im Juni 2018 in die erste Abstimmung vor dem Europäischen Parlament ging. Die Entwürfe wurden dort noch abgelehnt.

Für die Freiheit des Internets könnte einiges auf dem Spiel stehen, wenn es zur neuen Reform kommt. (Foto: pixabay.com)

Gut, dachte ich, denn eine Zensur des Internets kann nun wirklich nicht gewollt sein, oder? Freie Meinungsäußerung, sei es in Bild oder Wort, ist eine wichtige Sache und ein fester Bestandteil unseres Grundgesetzes, sofern sie nicht gegen Menschenrechte, Gesetze oder gute Sitten verstößt. Nun aber wurden (panische) Stimmen in den sozialen Medien laut. Sogar auf Seiten wie Tumblr, die oft ziemlich “US-lastig” sind, wurde vereinzelt darüber gesprochen und die wildesten Theorien mit halbgaren Informationen verbreitet.

“Uploadfilter” sollen dafür sorgen, dass “bedenkliche” oder “gegen Urheberrecht verstoßende” Inhalte gar nicht erst hochgeladen werden können. Das klingt nicht schlecht, aber wenn diese Filter auf programmierten Algorithmen basieren, ist zu befürchten, dass auch Inhalte vom Upload ausgeschlossen werden, die nicht gegen irgendwelche Richtlinien verstoßen.

“Uploadfilter” entschieden bald was legaler oder illegaler Content im Netzt ist. Blindes Vertrauen in einen Algorithmus? (Foto: pixabay.com)

Klar ist jedoch, dass aktuell bereits Inhalte z.B. auf Tumblr nicht mehr angezeigt werden, wenn die dortige Software sie als “bedenklich” einstuft. Dies betrifft auch Fotos von z.B. Statuen in Parks, oder schlichtweg Kunst, die nicht gegen Urheberrecht verstößt, weil der/die Original-Künstler*in dies hochlädt. Man kann zwar manuell eine Prüfung beantragen, damit der Inhalt doch hochgeladen und als “nicht gefährdend” eingestuft wird. Doch bevor diese Änderung der Einstufung erfolgt ist, kann der/die Poster*in den betreffenden Beitrag nur auf dem eigenen Blog sehen.

Für mich als Autorin für Fan-Content – also Geschichten zu bereits existierenden Serien oder Büchern – ist es derzeit schwierig zu bewerten, ob und inwiefern man als europäische*r Autor*in oder Künstler*in noch in diesem Bereich tätig sein darf und kann. Wir Autor*innen von Fan-Content nutzen für unsere Geschichten Charaktere und Settings für die jemand anders das Copyright besitzt. Die meisten von uns schreiben unentgeltlich auf Plattformen, die explizit darauf hinweisen, dass es sich um ein Archiv für Fan-Content handelt. Die Geschichten und Bilder fallen dann unter unser Copyright, aber die Basis des Ganzen gehört uns streng genommen nicht.

Klar ist zu dem jetzigen Zeitpunkt nur, dass es schwierig ist, wirklich Informationen zu erhalten, die nicht reißerische Aussagen wie “das ist das Ende des freien Internets” beinhalten.

Im September 2018 fand dann die zweite Abstimmung über die Reform im EU-Parlament satt und wurde angenommen. Erst danach habe ich das erste Mal in anderen Medien Informationen darüber gefunden. Nämlich, als YouTube äußerte sich gezwungen zu sehen, europäische Kanäle zu blockieren, sollte der nun existierende Entwurf so bestehen bleiben. Aktuell wäre nämlich die Plattform für Urheberrechtsverletzungen z.B. in Form von Hintergrundmusik o.ä. haftbar und das will man dort natürlich nicht.

Nach letztem Stand wäre es sogar verboten, das Bild eines*r Freunde*in auf Facebook zu teilen, da dies wiederum gegen das Urheberrecht des*r ursprünglichen Posters*in verstößt. Das geht dann vielleicht doch etwas zu weit.

Vielleicht müssen sich Nutzer*innen bald auf ein kleineres Internet einstellen. Inhalt könnte verschwinden, kostenpflichtig werden oder gesperrt. (Foto: pixabay.com)

Vor Weihnachten 2018 wollte man sich nun noch einmal zusammensetzen, um die Entwürfe zu diskutieren und anzupassen. Die letzte Abstimmung wird im Januar 2019 stattfinden. Was nun genau passiert, und was das für das Urheberrecht, “Uploadfilter” sowie möglicherweise kostenpflichtige Links bedeuten wird, ist immer noch unklar.

Die erwähnte “Linksteuer” könnte uns alle betreffen, sollte sie im endgültigen Entwurf enthalten sein. Hierzu hörte ich zuerst vor allem panische Stimmen, die davon sprachen, dass es dann nicht mehr möglich sei, Artikel von Zeitungen o.ä. “for free” online zu lesen. Dies ist so jedoch nicht ganz richtig. Die “Linksteuer” soll vor allem kleinere Verlage, Autoren*innen und Künstler*innen schützen, wenn deren Artikel oder Arbeiten von anderen Anbietern genutzt werden— wie z.B. von Seiten wie Tumblr, Facebook oder Google. Es soll dadurch auch verhindert werden, dass Inhalte von Urhebern*innen ohne deren Zustimmung verbreitet und genutzt werden, und bei Nutzung eine Bezahlung an diese erfolgt. Das klingt so weit eigentlich auch gar nicht so schlecht, es bleibt allerdings abzuwarten, wie dies dann in der Praxis aussähe.

Trotzdem ist erneut eine Welle der Unsicherheit im Internet unterwegs, und viele befürchten das Schlimmste: nämlich, dass aufgrund von “Uploadfiltern” auch unbedenkliche Inhalte nicht mehr hochgeladen werden können, dass YouTube europäische Kanäle komplett blockiert und dass Künstler*innen und Autoren*innen ihre Arbeiten nicht mehr hochladen können. Inzwischen heisst es zwar, man wolle sicherstellen, dass nicht nur Programme die Inhalte filtern, aber wie das dann tatsächlich aussehen soll, ist unklar.

Was Anfangs der Fussball war ist jetzt der Brexit. Und so wird auch die letzte Abstimmung zur Reform Ende Januar 2019 wieder von etwas vermeintlich “Größerem” überschattet. Darüber wird dann medial wohl auch ausgiebig gesprochen, debattiert und diskutiert. Eine mögliche Zensur und Einschränkung in kreativen Prozessen ist in den Augen der Medien wohl keine größere Berichterstattung wert, sondern wird einmal mehr nur am Rande erwähnt.

Und so bleiben unzählige User*innen, Künstler*innen und Autor*innen zurück, die unentwegt online Petitionen unterzeichnen, um eventuell doch noch irgendwie auf die letzte Entscheidung einwirken zu können. Eine Petition aus  September 2018 wurde übrigens ignoriert.

Die angesprochenen Änderungen um Urhebergesetz und im EU-Leistungsschutzgesetz kann zum Guten genutzt werden. Dennoch birgt gerade das Thema “Linksteuer” besonders Gefahren für kleinere Webseiten und Blogger*innen. Das Internet könnte dadurch kleiner und unfreier werden.

Es bleibt abzuwarten was passiert, und was das am Ende überhaupt alles bedeutet. Vielleicht ist es auch mal wieder viel Wirbel um nichts, aber eine gewisse Unsicherheit bleibt.

Den Link zur Petition gegen Artikel 13 findest Du hier: 
https://www.change.org/p/stoppt-die-zensurmaschine-rettet-das-internet-uploadfilter