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Artikel Kennst Du eigentlich?

Kennst du eigentlich? Heute: Bias FLINTA* Projects

Die beiden Künstler:innen Lisa Maria Baier & Katina Rank haben im Dresdner Hechtviertel einen neuen Projektraum auf der Rudolf-Leonhard-Straße eröffnet. Das Interessante dabei: Es soll ein Safespace und Experimentierort ausschließlich für FLINTA* Personen und ihre Themen werden. Dabei ist die klassische Ausstellung nur zweitrangig. Wir waren gespannt und haben uns mit den beiden zu einem kleinen Kennenlernen getroffen.

In der Rubrik „Kennst Du eigentlich?“ stellen wir dir Orte vor, an denen Kunst gemacht, gezeigt, besprochen oder anderweitig zelebriert wird. In 10 Fragen und 10 Antworten lernst du nicht nur die Räume, sondern auch die Verantwortlichen dahinter besser kennen.

VASISTAS:
Stellt Euch doch erst einmal vor, wer seid Ihr denn überhaupt?

Bias FLINTA* Projects:
Lisa Maria Baier, freischaffende Künstlerin aus Dresden mit Fokus auf politischer Kunst und Katina Rank, Künstler*in, Meisterschülerin an der Hfbk, mit Fokus auf Installationen und Medienkunst.

Lisa Maria Baier (links) & Katina Rank (rechts) in ihrem neuen Projektraum im Dresdner Hechtviertel. (Foto: Bias FLINTA* Projects)

VASISTAS:
Bias FLINTA* Projects, was steckt dahinter?

Bias FLINTA* Projects:
Wir hatten gemeinsam im Oktober 2021 die Idee diesen Raum zu eröffnen, nachdem wir erfuhren, dass das Ladengeschäft auf der Rudolf-Leonhard-Straße frei werden würde. Wir waren uns schnell einig, dass an diesem Ort ein FLINTA* Projektraum mit zeitgenössischer und politischer Ausrichtung entstehen soll. BIAS FLINTA* Projects ist also ein Projektraum als Atelierspace für FLINTA* Personen zur Schaffung von Sichtbarkeit jener, ein Safe Space für politische Kunst und ein Experimentierfeld für neue zeitgenössische Konzepte.

(Anmerkung der Redaktion: FLINTA ist eine Abkürzung. Sie steht für Frauen (das meint meist spezifisch cis hetero Frauen), Lesben, Inter Menschen, Nichtbinäre Menschen, Trans Menschen und Agender Menschen.)

Wir waren uns schnell einig, dasS an diesem Ort ein FLINTA* Projektraum mit zeitgenössischer und politischer Ausrichtung entstehen soll.“

VASISTAS:
Wo findet man Euch und wann?

Bias FLINTA* Projects:
Das ist ganz einfach: Man findet uns immer auf Instagram @bias_flinta_projects und zur Zeit noch, solang der Lockdown läuft, durch das Schaufenster. Danach gern auch persönlich auf der Rudolf-Leonhard-Strasse 19 in 01097 Dresden.

VASISTAS:
Was verbindet Ihr mit dem Ort?


Bias FLINTA* Projects:
Mit BIAS FLINTA* Projects? Da wir damit eine Art Freiraum schaffen, kann uns hier niemand verbieten was und wen wir hier zeigen oder erschaffen. Wir verbinden mit der BIAS also eine Art Safespace für alle, aber besonders für FLINTA* Menschen, da diese den Großteil der Gesellschaft ausmachen, aber immer noch unterrepräsentiert sind. Ergo Sicherheit, Sichtbarkeit und Barrierefreiheit für FLINTA*. Und natürlich der Spaß daran dies zu schaffen.

VASISTAS:
Wie kam Dresden zu Euch?

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Bias FLINTA* Projects:
Lisa: Ich kam über die Punkband Kaltfront und das Buch „Schlachthof 5“ nach Dresden, denn in der Ecke wo ich herkomme, gab es einfach nicht soviel Erlebbares.
Katina: Ich bin hier geboren und kam für eine Ausbildung hierhin zurück. Irgendwann hab ich auch hier studiert und es toll gefunden, dass man in Dresden nicht zu viel Ablenkung hat und damit das Studieren einfacher war.

VASISTAS:
Warum braucht Dresden Euch?


Bias FLINTA* Projects:
Um eine Alternative zu alteingesessenen, konservativen Strukturen anzubieten, diese herauszufordern und zu erneuern. Deshalb beschreibt die BIAS keinen reinen Ausstellungsort, sondern ein Projektraum, in welchem die Künstler:innen erarbeiten können, was sie möchten. Das schließt das Ausstellen natürlich nicht aus. Die BIAS wünscht sich auch neue Formen der künstlerischen Auseinandersetzung, politische Aktionen, queere Sichtbarkeiten usw. Denn Interventionen fallen in einer kleinen und konservativen Stadt wie Dresden auch schneller auf und können einen Nerv treffen. Und es macht Spaß!

VASISTAS:
Was gibt es momentan bei Euch zu sehen?


Bias FLINTA* Projects:
Zur Zeit sieht man eine Präsentation von Susan Donath als Teil der Statements von Künstler:innen (Künstlerstatements) durch Schaufenster und Tür der Räume unseres Projektraumes. Die Statements der Künstler:innen bilden einen Zusammenschluss, in unserem Fall von 8 überregionalen Künstler:innen. Diese standen, wie so viele andere, vor der Herausforderung in Pandemiezeiten keine Ausstellungen ausrichten zu können und sind somit auf das Medium Poster gestoßen. Am Schaufenster der BIAS wird jeden 2. Tag ein neues Poster zu sehen sein. Der Rest des sichtbaren Raumes ist durch eine „Studiosituation“ mit den anderen Postern zu sehen. Vorbeikommen und entdecken lohnt sich hier also sehr.

Einblick in die erste und aktuelle Ausstellung „KÜNSTLERSTATEMENTS“ von Susan Donath. (Foto: Susan Donath)

„… Interventionen fallen in einer kleinen und konservativen Stadt wie Dresden auch schneller auf und können einen Nerv treffen.“

VASISTAS:
Wo findet man Euch, wenn Ihr gerade nicht im Projektraum seid?

Bias FLINTA* Projects:
Wir sind gut auf Instagram zu finden, ansonsten trefft ihr uns auch auf der Straße (Dresden ist recht klein und Begegnungen dann doch häufig). Bald bestimmt auch wieder bei Ausstellungen und Veranstaltungen. Oder wir sind am Arbeiten im Atelier.

VASISTAS:
Wer oder was hat Euch inspiriert bzw. tut das vielleicht immer noch?

Bias FLINTA* Projects:
Lisa: Alice Guy-Blachè , Clara Zetkin und die Guerilla Girls.
Katina: Bei mir recht ähnlich, wobei ich gern Mary Kelly, Felicia Ewert und Carolin Emcke hinzufügen mag aber vielleicht auch allgemein alle queere Feminist:innen, welche sich keine Bommel vom Patriarchat ans Bein binden lassen.

VASiSTAS:
Habt Ihr zum Ende noch ein treffendes Schlusswort oder eine Lebensweisheit für unsere Leser*innen?

Nein, eher nicht, aber wir wollen uns bei euch für das Interview und euer Interesse bedanken und wir würden uns freuen euch und eure Leser:innen ganz bald mal in der BIAS FLINTA* Projects zu sehen!

Lieben Dank für das Interview, Bias FLINTA* Projects!

Im Moment kann die Ausstellung leider nur durch das Schaufenster betrachtet werden. (Foto: Susan Donath)
Lust auf mehr? Dann am besten gleich auf Instagram folgen: @bias_flinta_projects

Du willst über einen ganz bestimmten Ort noch mehr wissen? Dann schreib uns gerne, was dich noch interessiert!


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